„Diktatur durch Verwirrung“ bei der Homo-Ehe

Regenbogenfahne

20. Juli 2015

Die Leser der größten Abo-Zeitung Schwabens fanden am Samstag in ihrer Zeitung eine Beilage mit dem bemerkenswerten Titel "Familienbunt". Das Magazin stammt vom Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg, wird aber vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales und Familie gefördert – das Bayerische Staatswappen ziert auch das Impressum der Beilage. Diese Förderung eines Positionspapieres zu Ehe und Familie aus Sicht einer katholischen Organisation allein mag schon erstaunen, entsetzt zeigte sich der Augsburger Landtagsabgeordnete Dr. Linus Förster von den teilweise fundamentalistischen Positionierungen im Magazin. Dort fanden sich unter dem Titel "Diktatur durch Verwirrung“ u.a. "zehn Thesen gegen die Homo-Ehe".

Den ganzen Montag über steht das Telefon im Abgeordnetenbüro nun nicht mehr still – auch eine größere Zahl von E-Mails erreichte das Abgeordnetenbüro. Verschiedene Vereine und Institutionen fordern Förster auf Maßnahmen im Bayerischen Landtag zu ergreifen. Der Christopher Street Day e.V. findet eine derart homophobe Publikation für Augsburg als beschämend, das Queer-Referat der Universität Augsburg sieht den Text sogar an der „Grenze zur Volksverhetzung“. Die Augsburger SPD hat sofort reagiert. Die Vorsitzende Ulrike Bahr hat gemeinsam mit anderen Abgeordneten der SPD eine entsprechende Stellungnahme und Positionierung an den Familienbund geschickt. Förster hat eine parlamentarische An-frage (siehe Anlage) an die Staatsregierung formuliert, in der er nachfrägt, in welcher Höhe diese Förderung erfolgte und ob auch Publikationen von Schwulen- und Lesbengruppen („LSBTTIQ“) für eine Gegenpositionierung entsprechend gefördert werden. „Der Familienbund der Katholiken hat in dieser Beilage ein regelrechtes Manifest gegen die sogenannte Homo-Ehe formuliert“ so Förster. „Wenn das wirklich ihre Haltung ist, so muss ich dies im Sinne der Meinungsvielfalt akzeptieren, aber was mich wirklich entsetzen würde, wenn eine solche Positionierung vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Familie, Soziales und Integration gefördert wurde.“

Anlage:

Schriftliche Anfrage

Der Augsburger Allgemeinen Zeitung von Samstag, 18. Juli 2015 lag die Beilage „Familien bunt“ Herausgegeben vom Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg bei. Wie dem Impressum zu entnehmen ist, wurde diese Ausgabe durch das Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert. Darin ist auf Seite zwölf und dreizehn ein Artikel „Diktatur durch Verwirrung“ von Bertrand Vergely veröffentlicht.

Ich frage die Bayerische Staatsregierung

  1. Mit welchem Förderbetrag wurde die Ausgabe „Familienbunt“ durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert?
  2. Werden geförderte Publikationen vorab auf den redaktionellen Inhalt geprüft?
  3. War der Staatsregierung der oben genannte Artikel vorab bekannt?
  4. Welche Intention verfolgte die Staatsregierung mit der Förderung?
  5. Welche Publikationen von „LSBTTIQ“-Gruppen, werden durch die Staatsregierung gefördert?
  • 15.04.2016 – 31.07.2016
    HINWEIS ZU DEN TERMINEN | mehr…

Alle Termine

An- oder abmelden ganz einfach – mit dem BayernSPD-Konto.

BayernSPD-Konto

Die bayerische Schuldenuhr tickt ohne Pause. Zinsen für die BayernLB:

2.205.914.173 €

  • Pro Tag: 977.621,92 €
  • Pro Stunde: 40.734,25 €
  • Mehr erfahren