Offener Brief zum Stellenabbau bei der Osram Licht AG

11. Dezember 2014

Sehr geehrter Herr Berlien,

angesichts des Beschlusses der Osram Licht AG in unserer Region um Augsburg rund 550 Arbeitsplätze zu streichen, bekunden wir unsere Solidarität und Unterstützung mit den Beschäftigten und unsere tiefe Enttäuschung über diese unnötige Entscheidung. Und wir dürfen Sie als Vorstandsvorsitzenden der Osram Licht AG an Ihre soziale und unternehmerische Verantwortung erinnern:

Wir nehmen natürlich wahr, dass der Weltmarkt in erheblichem Umbruch ist und tradierte Produkte substituiert werden. Dennoch sehen wir auch, dass der Beleuchtungsmarkt insgesamt wächst und Osram gutes Geld verdient. Ein Investment in eine Zukunftssicherung wäre also möglich.

Wir gehen sogar so weit zu sagen, dass es nicht nur möglich wäre, sondern auch sinnvoll für den Konzern. Es gibt Kompetenzen an den Standorten in Augsburg und Schwabmünchen, die erhaltens- und ausbauenswert sind. Es gibt viele kreative Produkt- und Dienstleistungsideen und eine in der Region neue leistungsfähige Innovations- und Technologietransfer-Infrastruktur für Produktionsfirmen, die dort Wettbewerbsvorteile in Produktionsprozessen und Produkten abgreifen können.

Zudem haben die Mitarbeiter jahrelang Zugeständnisse gemacht und so ihre Motivation und Loyalität bewiesen. An „Runden Tischen“, die zur Lösung diverser Probleme einberufen wurden, sind bereits 2008 aktiv von den Beschäftigten Vorschläge gemacht wurden, um die Standorte zu sichern bzw. weiter zu entwickeln. Dieses wertvolle Potential sollte in Zeiten des drohenden Fachkräftemangels sorgsam bewahrt werden. Diese Vorschläge sind aber weder berücksichtigt noch umgesetzt worden. .
Wir haben es immer ernst genommen, dass sich die Osram Licht AG in ihren Leitlinien zu Corporate Responsibility bekennt: Corporate Responsibility bedeutet demnach, Verantwortung zu übernehmen – auf sozialer und politischer Ebene. Ein Stellenabbau trotz schwarzer Zahlen ist für uns nicht mit diesem Leitsatz vereinbar.

Wenn Osram bei einer Rendite von rund 8% zeitgleich weltweit tausende Stellen streicht, dann zeigt dies, dass falsche Weichenstellungen auf dem Rücken deutscher ArbeitnehmerInnen ausgetragen werden. Und das obwohl politische Vertreter, Wirtschaftsförderer und Standortbelegschaften aktiv helfen und immer geholfen haben, die schwierige Marktsituation zu meistern.

Anstatt sinnlos Stellen zu streichen, sollte jetzt auf Basis der Kompetenzen der beiden Standorte und der Stärken der Region eine Zukunftsinitiative gestartet werden. Bislang hat die Konzernführung – haben Sie Herr Berlien– keine Perspektiven aufgezeigt, sondern, ganz im Gegenteil, die Bemühungen und Initiativen der Beschäftigten ins Leere laufen lassen. Das wollen und können wir als Sozialdemokraten nicht einfach unkommentiert hinnehmen.

Wir erwarten von einem Konzern, der viel von den Menschen und den Verantwortlichen in Deutschland profitiert hat, dass er seiner Verantwortung für seine Beschäftigten und für die Menschen in Schwaben, Bayern und Deutschland gerecht wird. Wir erwarten daher echte Anstrengungen und finanziellen Einsatz für den Erhalt bzw. eine Kompensation der vom Stellenabbau betroffenen Arbeitsplätze sowie echte zukunftsfähige Modelle. Wir erwarten, dass sie Ihrem Leitsatz der Corporate Responsibility gerecht werden und solche Maßnahmen in Zukunft nicht mehr stattfinden.

Hochachtungsvoll

Ulrike Bahr, Dr. Linus Förster, Harald Güller

  • 15.04.2016 – 31.07.2016
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